Ein Haus am Meer auf Sardinien kaufen – eine Anleitung

Seit einiger Zeit spiele ich mit dem Gedanken, ein Haus auf Sardinien zu kaufen – als Alterswohnsitz, wenn der Winter in Deutschland seinen grauen Regen über das Land treibt. Die Idee ist, dort die in Deutschland graue Jahreszeit von November bis April zu verbringen. So wäre es außerdem möglich, das Haus in den Sommermonaten zu vermieten und darüber einen Teil der Finanzierung zu decken.

In diesem Artikel dokumentiere ich daher die besten Quellen für Häuser auf Sardinien und meine Erkenntnisse der Recherche und Suche nach einem Haus am Meer auf Sardinien.

Die Vorüberlegungen für ein Haus auf Sardinien

Sardinien ist riesig – eine Vorauswahl möglicher Regionen ist daher angebracht. Wenn Du selbst über ein Haus auf Sardinien nachdenkst, so warst Du bestimmt schon häufiger dort. Besonders gut gefällt es mir an der Ostküste um Arbatax, im Süden bei Teulada, im Südwesten bei Villasimius und Muravera, an der Costa Verde, auf La Maddalena, im Osten rund um Bosa und im Norden um Santa Teresa. In Cagliari habe ich mich außerdem wohler gefühlt, als in Olbia.

Da ich die Wintermonate auf der Insel verbringen möchte, drängen sich ein paar Überlegungen geradezu auf:

  1. Im Süden ist es etwas wärmer als im Norden. Der Süden ist zum Überwintern daher besser geeignet.
  2. Die Westküste ist deutlich stürmischer als die Ostküste. Das trifft natürlich in besonderem Maße auf den Winter zu.
  3. Eine gewisse Nähe zu Infrastruktur des täglichen Lebens – von Supermärkten bis Restaurants – ist von Vorteil.
  4. Für mich sowie Besucher und Gäste ist die Anreise ein Thema. Die Erreichbarkeit über die beiden Flughäfen der Insel – Olbia und Cagliari – sollte innerhalb von 1 bis 2 Stunden gegeben sein.

Aus der obigen Aufzählung meiner Präferenzen bleiben somit übrig:

  • Die Ostküste um Arbatax
  • Der Süden bei Teulada
  • Der Südwesten bei Villasimius und Muravera
  • Der Großraum Cagliari

Was für ein Haus darf es sein?

Eine weitere dringliche Überlegung ist nun die Art des Hauses. Ich lege keinen Wert auf Luxus und wohne auch in Deutschland eher bescheiden. Ich strebe nicht nach einer Villa. Die Highlights auf Sardinien sind für mich eher die Natur, das Licht und die Menschen. Auf keine Fall will ich eine Wohnung oder ein Apartment innerhalb einer Stadt kaufen, was wohl relativ einfach wäre.

Nach einiger Überlegung würde ich mein Traumhaus auf Sardinien wie folgt beschreiben: Ein bescheidenes, 1-stöckiges Haus im Bungelow-Stil, 2 bis 3 Zimmer (idealerweise + 1 Gästezimmer), mit etwas Land und ein paar Olivenbäumen. Schöne Aussicht, maximal 20 km vom Meer entfernt.

Die Lage

Entscheidenden Einfluss auf den Kaufpreis hat die Lage: Das touristische Leben auf Sardinien spielt sich in einem sehr eng abgesteckten Rahmen entlang der herrlichen Küste der Insel ab. Häuser mit Meerblick und direkt an der Küste sind sehr gefragt und teuer.

Wer seinen Blick stärker in Richtung des Landesinneren richtet, der wird mit eine Fülle an Angeboten und sehr niedrigen Kaufpreisen überrascht. Dazu lohnt sich ein Blick auf verschiedene Aktionen, mit der die italienische Regierung um Einwohner für die Insel Sardinien wirbt. Dazu gehören die “Häuser für 1 €” und die Prämie für neue Einwohner.

Villa mit Meerblick auf Sardinien
Villa mit Meerblick auf Sardinien

Häuser für 1 € auf Sardinien

Im Herzen der wunderschönen Insel Sardinien bieten gleich drei Dörfer Häuser ab einem Euro an. Ollolai, mit rund 1300 Einwohnern, befindet sich mitten im Herzen von Sardinien. Nulvi – mit etwa doppelt so vielen Einwohnern – liegt im Norden der Insel, und Montresta im Westen zählt nur 470 Einwohner.

Besonders an Nulvi: Von dort ist man nicht nur in 15 Minuten am Meer, sondern man muss auch nicht dauerhaft in dem Haus wohnen. Die Stadt erlaubt es Käufern, die Häuser lediglich als Feriendomizil zu renovieren.

Außerdem sind die 1-Euro-Häuser gut erhalten – für die Renovierung werden etwa 20.000 Euro veranschlagt. Kein Wunder also, dass das Projekt in den Dörfern besonders großen Anklang findet. Die meisten 1-Euro-Häuser sind bereits vergriffen.

Hintergrund der 1-Euro-Häuser in Italien

Das Projekt „Case a un euro“ zielt in erster Linie darauf ab, leer stehenden Gebäuden neues Leben einzuhauchen. „Wir versuchen dadurch, wunderschöne Dörfer, die allmählich aussterben, wiederzubeleben“, heißt es auf der offiziellen Webseite. Denn die jungen Italiener verlassen ihre kleinen Heimatorte, während die ältere Generation langsam verschwindet. Aktuell stehen in 25 Orten in Italien Häuser ab einem Euro zum Verkauf.

Durch dieses langfristige Projekt soll das Überleben der Dörfer gesichert und letztlich auch der Tourismus angekurbelt werden. Denn die Häuser lassen sich zum Beispiel in charmante Bed-and-Breakfast- oder Boutique-Hotels verwandeln.

Warum kosten sie nur einen Euro?

Die Häuser werden von Privatpersonen oft an die Städte oder Gemeinden gespendet. Diese verkaufen die Gebäude dann zu einem symbolischen Wert von einem Euro, um den Kauf so niedrigschwellig wie möglich zu gestalten.

Sind die Häuser wirklich so günstig? Wo ist der Haken?

Viele der Objekte befinden sich in einem heruntergekommenen, teils gefährlichen Zustand und müssen umfassend renoviert werden. Potenzielle Käufer müssen also mit mehr Ausgaben als nur einem Euro rechnen! Trotzdem könnten sich viele der historischen Häuser noch als Schnäppchen entpuppen.

Zudem verpflichten sich Käufer dazu, innerhalb eines Jahres nach Kauf einen Plan für die neue Nutzung vorzulegen, sich an den Notarkosten für die Registrierung zu beteiligen und spätestens zwei Monate nach Abschluss des Kaufs mit der Renovierung zu beginnen. Bis diese Punkte erfüllt sind, muss der Käufer eine Kaution von 5000 Euro hinterlegen. So soll sichergestellt werden, dass er sich wirklich an die Auflagen hält. Tut er das, wird die Kaution zurückgezahlt.

Die wichtigsten Quellen zu den “Casa a un euro” habe ich hier zusammengetragen:

Weitere Informationen:

Neben der 1€ Aktion ist auch noch die Prämie für neue Einwohner bemerkenswert.

15.000 € für neue Einwohner – die Sardinien-Prämie

Sardinien steht vor einer Herausforderung, die vielen ländlichen Regionen Europas bekannt ist: Der schleichenden Entvölkerung ihrer Dörfer. In einem kühnen Versuch, dem entgegenzuwirken, hat die Inselregierung eine Initiative ins Leben gerufen, die das Potenzial hat, sowohl die demografische Landschaft als auch das Leben Einzelner zu verändern.

Die Strategie ist einfach: Um neue Einwohner anzuziehen und die von Aussterben bedrohten Dörfer wiederzubeleben, bietet Sardinien eine Prämie für jene, die bereit sind, ihr Leben auf der Insel aufzubauen. Bis zu 15.000 Euro kann man als Zuschuss erhalten, wenn man sich entscheidet, ein Haus zu kaufen und dauerhaft in einem der idyllischen, jedoch bevölkerungsarmen Dörfer Sardiniens zu wohnen. Diese finanzielle Unterstützung zielt darauf ab, den Traum vom eigenen Heim auf der Insel nicht nur zu träumen, sondern wahr werden zu lassen. Doch wie so oft, steckt der Teufel im Detail.

Die Bedingungen für die Sardinien Prämie

Die Förderung wird nicht bar ausgezahlt, sondern setzt den Kauf eines Hauses und die Verlegung des Hauptwohnsitzes auf die Insel voraus. Zudem beschränkt sich das Angebot auf Ortschaften, die weniger als 3000 Seelen zählen – ein klarer Aufruf an jene, die die Einsamkeit schätzen oder zumindest nicht scheuen.

Die Auswahl der Dörfer, für die das Angebot gilt, zeugt von der Vielfalt und Schönheit der Insel: Von Burgos, das sich am Fuße eines beeindruckenden Felsens erstreckt, bis hin zu Neoneli, einem versteckten Juwel im Landesinneren, das nur eine kleine Gemeinde beheimatet. Die Isolation dieser Orte ist sowohl ihr Fluch als auch ihr Segen; sie bietet eine Ruhe und Authentizität, die in den überlaufenen Touristenzentren schwer zu finden ist, verlangt aber auch eine gewisse Entschlossenheit und Bereitschaft zur Anpassung von den Neuankömmlingen.

Interessenten sollten sich jedoch bewusst sein, dass der maximale Zuschuss von 15.000 Euro an bestimmte Bedingungen geknüpft ist. Die Regierung erstattet bis zu 50 Prozent der Kosten für Kauf und Renovierung des Eigenheims – ein Anreiz, der sicherlich viele ansprechen wird, aber auch eine finanzielle Verpflichtung mit sich bringt. Mit einem Budget von 45 Millionen Euro hofft die Inselregierung, bis zu 3000 Haushalte auf Sardinien neu zu begründen und so die bedrohten Dörfer vor dem Vergessen zu bewahren.

Mehr Informationen findest Du auf der offiziellen Seite der autonomen Region Sardinien.

Immobilien auf Sardinien finden

Nachdem die “Casa a un Euro” und die Umzugsprämie für mich nur bedingt in Frage kommen, widme ich mich nun den örtlichen Immobilienmaklern und Portalen.

Als beste Portale für Häuser auf Sardinien habe ich dabei identifiziert:

Das größte Angebot ist auf Idealista.it zu finden. Das Portal ist der Marktführer in Italien. So werden für Sardinien über 4.000 Immobilien unter 200.000 € angeboten. Auch Versteigerungen werden hier geführt. Immobilien jeder Qualität werden hier angeboten.

Stärker auf Ferienimmobilien spezialisiert sind Gate-Away und Immobilienscout24. Das Preisniveau ist entsprechend höher, dafür sind die Häuser zumeist in gutem Zustand.

Liste von Immobilienmaklern auf Sardinien:

Lokale Anbieter:

Große deutsche Makler vor Ort:

Weitere empfehlenswerte Makler:

Zusätzliche Makler aus dem Forum:

  • Sardamax: [ungültige URL entfernt]
  • Italia Luxury Property: [ungültige URL entfernt]

Empfehlungen:

  • Harald Stadlbauer von Sardinien-Immo: [ungültige URL entfernt]
  • Tina Adler: [ungültige URL entfernt]

Tipps:

  • Informieren Sie sich über die Erfahrung und Spezialisierung des Maklers.
  • Vergleichen Sie die Angebote verschiedener Makler.
  • Achten Sie auf die Seriosität des Maklers.
  • Lassen Sie sich vor dem Kauf einer Immobilie von einem Anwalt beraten.

Der Hauskauf auf Sardinien

Bevor man sich in das Abenteuer des Hauskaufs auf dieser malerischen Mittelmeerinsel stürzt, gilt es, sich eingehend mit dem Prozedere auseinanderzusetzen, das sich in mancherlei Hinsicht von dem unterscheidet, was man aus anderen Ländern kennt.

Die erste Etappe auf diesem Weg beginnt typischerweise mit dem Finden der Traumimmobilie und dem Abschluss der Verkaufsverhandlungen. Was folgt, ist die Fixierung der Vereinbarungen in einer “scrittura privata”, einem privaten Kaufvertrag, der – anders als in einigen anderen Ländern – ohne die Zuhilfenahme eines Notars gültig ist. Um diesem Dokument jedoch rechtliche Verbindlichkeit zu verleihen, empfiehlt es sich, es amtlich registrieren zu lassen, ein Schritt, der mit dem Erwerb von Gebührenmarken und der Einholung einer offiziellen Bestätigung einhergeht.

Eine Anzahlung, zumeist ein Drittel des Kaufpreises, wird in der Regel gefordert, woraufhin der Weg zum Notar führt. Doch auch dessen Segen garantiert nicht, dass nun alle Weichen gestellt sind. Er überprüft vornehmlich jene Aspekte, die das Finanzamt betreffen, während die Einhaltung aller rechtlichen Normen durch das Haus in der Verantwortung des Käufers bleibt. Die Komplexität des italienischen Steuersystems und die rigorose Prüfung der Immobilientransaktionen durch die Behörden fügen eine weitere Ebene der Sorgfalt hinzu, die potenzielle Käufer an den Tag legen müssen.

Vor der Unterzeichnung des Kaufvertrags steht eine gründliche Due Diligence an, die sicherstellt, dass der Verkäufer auch tatsächlich zur Veräußerung der Immobilie befugt ist. Diese Phase deckt ebenso ab, ob das Objekt legal erbaut wurde – ein nicht unwesentliches Detail, bedenkt man die Vergangenheit Sardiniens, in der illegale Bauten keine Seltenheit waren. Heute sind die Bauvorschriften streng, und jede Abweichung wird mit Bußgeldern und Rückbauauflagen geahndet.

Der Kauf eines Baugrundstücks birgt zusätzliche Fallstricke, insbesondere wenn es sich um begehrte Lagen in Strandnähe handelt. Sardinien hat einen generellen Baustopp für privat genutzte Häuser in solchen Gebieten verhängt, wodurch die Realisierung eines Bauvorhabens in unmittelbarer Meeresnähe illusorisch wird.

Schließlich sollte man sich nicht der Illusion hingeben, mit dem Erwerb einer Immobilie auf Sardinien zwangsläufig eine lukrative Investition getätigt zu haben. Der Markt ist komplex und echte Schnäppchen sind rar – meist schneller vergriffen, als sie dem durchschnittlichen Interessenten angeboten werden.

All diese Überlegungen sollten potenzielle Käufer nicht abschrecken, sondern vielmehr zu einer gründlichen Vorbereitung anregen. Ein Haus auf Sardinien zu besitzen, bedeutet, Teil einer reichen Kultur und atemberaubenden Landschaft zu werden. Es ist der Inbegriff des süßen Lebens, das Campari auf der eigenen Terrasse zu genießen, sich auf die Nachbarschaft zu freuen und bei jeder Ankunft das unvergleichliche Gefühl zu erleben, zu Hause zu sein.

Soweit zu den Vorüberlegungen und theoretischen Aspekten. Bei meiner nächsten Sardinien-Reise werde ich mir ein paar Immobilien anschauen und hier berichten.

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